24. Mai
In diesem Jahr startete wieder einmal eine größere Anzahl Boote des RCA bei der 50. Vogalonga in Venedig.
Vogalonga? Was ist das eigentlich? "Die Vogalonga ist eine Liebeserklärung an Venedig und das Wasser, das die Stadt umgibt, an ihre Lagune und ihre Inseln, an das Rudern und ihre Boote. Sie bleibt dem Ziel treu, für das sie ins Leben gerufen wurde: das Wissen und den bewussten Respekt für die Natur und die Kultur unserer Stadt zu verbreiten. Eine 30 Kilometer lange Strecke durch die Lagune, ihre Inselchen und den prächtigen Canal Grande: eine nicht-kompetitive Reise, die die Schönheit und die Tradition Venedigs feiert." (frei übersetzt von der Website des Veranstalters). Wikipedia sagt dazu "Während einer Wettfahrt am 11. November 1974 zwischen einer Gruppe von Venezianern, die sowohl Amateuren als auch Profis bestand, wurde die Idee geboren, eine Regatta für alle Fans des Venezianischen Ruderns zu gründen und das Rudern als alte Tradition wiederzubeleben. Damals hatte das Ansehen von Ruderbooten durch die immer stärker werdende Popularität von Motorbooten stark eingebüßt. Außerdem wollten die Initiatoren mit der Regatta eine Kampagne starten, um auf die durch Motorboote verursachten Wellen in den Lagunen von Venedig aufmerksam zu machen."
Vor (und auch nach...) dem Vergnügen durch den Canale Grande zu rudern gibt es immer wieder einige Herausforderungen zu bewältigen. Da ist zunächst einmal der Bootstransport nach Venedig und zurück (lieben Dank an Thomas, Reinhardt, Hella, Werner und Susanne!) - aber beispielsweise auch das "shutteln" der Boote von Mestre nach Venedig. Auch in diesem Jahr gab es da für einige von uns wieder nervenaufreibende Diskussionen und abenteuerliche Prozeduren beim Boote einsetzen... aber so entstehen dann auch die Geschichten, die man sich Jahre später dann immer noch erzählt.
Letztendlich klappte es dann am Samstag vor der Vogalonga doch irgendwie wie in den vielen Jahren zuvor, die letzten Boote nach Venedig zu rudern und sie startklar im Stadtteil Cannaregio auf dem Platz vor einer alten Kirche zu deponieren.
Am Sonntag trafen sich die ersten Mannschaften um 7:00 morgens, um die Boote zu Wasser zu lassen und in Richtung Markusbecken zu rudern. Dort sammelten sich dann die gut 2.000 Boote mit rund 8.000 Wassersportlerinnen und - sportlern, um dann Punkt 9:00 mit einem Kanonenschlag zum Start auf die Rundstrecke zu gehen. Vorbei an den Inseln Burano und Murano ging es dann - zum Glück bei bestem Wetter - in einer Runde durch die Lagune zurück nach Venedig. Sehr bewegend war wie immer die Einfahrt in den Canale de Cannaregio am Tre Archi, wo alle Sportler mit Applaus vom Publikum am Ufer begrüßt wurden.
Kurz danach folgte dann der Höhepunkt - die Einfahrt in den Canale Grande. Dort ging es dann - unter der Rialto-Brücke hindurch - zum Ziel, das wieder im Markusbecken lag. Nachdem wir an den Zielpontons unsere Medaillen in Empfang nehmen konnten ging es zurück durch die Lagune nach Mestre, wo wir die Boote wieder abriggern und für den Rücktransport auf den Hänger verladen konnten.
Alles in allem wieder eine tolle Veranstaltung, die viel Vorbereitung benötigt - aber dann auch als tolles Erlebnis lange im Gedächtnis bleibt.
Text: Michael Hallmann
Photos: Susanne Sittinger, Diana Seehafer, Hella Lohse, Thomas Wißler, Reinhardt Karsten Mürb, Michael Hallmann, Susanne Hradetzky
